Wissen, was zählt:
Marktforschung für die AWO Nordhessen
Ein Wechsel in der Geschäftsführung ist immer auch eine Chance für Veränderung. Für das neue Leitungsteam der AWO Nordhessen stellten sich mit der neuen Aufgabe daher einige zentrale Fragen: Wo stehen wir – als Arbeitgeber, als Sozialträger, in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit? Was folgt daraus für die Zukunft? Und wo beginnen wir?
Die Antworten auf diese Fragen sollten nicht auf Annahmen beruhen, sondern auf belastbaren Daten aus allen Teilen einer Organisation, die mit 58 Einrichtungen quer über Nordhessen verteilt ist und in 30 Altenzentren, der mobilen Pflege, Kindertagesstätten, Bildungsstätten, Jugendhilfe und der Geschäftsstelle etwa 3.000 Mitarbeitende zählt.
Bereits in der Konzeption wurde deutlich: Für dieses Vorhaben braucht es individuelle Lösungen, denn Pflege- und Sozialberufe folgen eigenen Logiken. Im intensiven Austausch mit der AWO haben wir bewährte Grundstrukturen der Zufriedenheitsforschung mit zahlreichen Sekundärstudien abgeglichen und den gesamten Inhaltsbestand schrittweise zu drei eigenständigen Fragebogensets verdichtet: einem für Mitarbeitende aller Geschäftsbereiche, einem für Bewohner und Angehörige sowie einem für die Öffentlichkeit. Von entscheidender Bedeutung war für uns nicht nur, welche Themen abgefragt werden, sondern insbesondere, welche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge wir über die reinen Häufigkeiten hinaus sichtbar machen können.
Die Erhebungen erfolgten im zweiten Halbjahr 2025 über einen digitalen Fragebogen. Eine besondere Anforderung hierbei war der Datenschutz: Um vollständige Anonymität zu gewährleisten und gleichzeitig Mehrfachteilnahmen auszuschließen, erhielt jede Person einen individuellen Teilnahmecode – nicht rückverfolgbar zum Namen, aber eindeutig. Die Einladung erfolgte über personalisierte Einladungsschreiben.
Auswertung und Ergebnisse
Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte auf drei Ebenen: Für die Gesamtorganisation, für jede Einzeleinrichtung und als vergleichender, einrichtungsübergreifender Benchmark. Den entscheidenden Mehrwert liefern dabei die multivariaten Auswertungen:
- Welche Aspekte der Arbeitszufriedenheit haben den größten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit?
- Welche Mitarbeitertypen existieren und was bedeutet das für Recruiting und Führung?
- Welche Bereiche oder Gruppen sind besonders zufrieden, welche explizit nicht?
- Welche Faktoren haben am Ende wirklich Gewicht bei der Wahl eines Trägers oder einer Einrichtung?
Die Ergebnisse wurden der AWO Nordhessen gemeinsam mit Maßnahmenempfehlungen vorgestellt und den Mitarbeitenden in einrichtungsbezogenen Informationsveranstaltungen 1:1 gespiegelt – als Grundlage für strategische Entscheidungen und Veränderungen, die auf mehr beruhen als auf Bauchgefühl.